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Bericht 8. Kampftag: RV Thalheim – SV Luftfahrt Berlin (13.10.18)

Auch Hauptstädtern keine Chance gelassen – Thalheim II gewinnt Drama gegen Spitzenreiter

Für die Regionalliga-Ringer aus Thalheim stand am vergangenen Samstag gegen Luftfahrt Berlin der letzte Vergleich der Hinrunde auf dem Plan. Auch der dritte Heimkampf binnen drei Wochen ging mit 24:4 klar an die Zwönitztaler, die sich damit auf dem zweiten Tabellenplatz festsetzten. In der Landesliga Sachsen gab es für unsere zweite Mannschaft ein an Spannung kaum zu überbietendes 15:14 gegen den bisherigen Tabellenführer WKG Pausa/Plauen II.

 
von Michael Thriemer
 
THALHEIM – Noch immer ist die Tabelle der Regionalliga Mitteldeutschland nicht ganz bereinigt, denn der Termin des Nachholekampfes von Benni Opitz gegen Andrzej Grzelak beim vorläufigen 14:14 zwischen der KG Frankfurt/Eisenhüttenstandt steht nicht fest. Trotzdem haben die Thalheimer, an diesem Wochenende zum Hinrunden-Abschluss kampffrei, Platz zwei hinter dem ungeschlagenen AV Germania Markneukirchen bereits sicher.

Alles läuft wohl auf einen Entscheidungskampf um den Staffelsieg am 10. November in Markneukirchen hinaus, denn sowohl der RVT als auch der AVG gaben sich bislang keine Blöße und führen unangefochten. Mit Abstand dahinter folgt ein breites Mittelfeld, angeführt von Luckenwalde, dem KFC Leipzig (Gegner der Drei-Tannen-Städter zum Rückrunden-Auftakt über acht Tage), Potsdam (erster Rückrunden-Heimgegner am 3.11.) und Luftfahrt Berlin.

Eben jene Berliner waren am vergangenen Samstag im Sportlerheim zu Gast – und wurden unerwartet klar mit 24:4 bezwungen. Damit war einmal mehr nicht zu rechnen, aber erneut riefen die Schützlinge von Trainer Steffen Richter ihr volles Potential ab und wiesen die Hauptstädter klar in die Schranken. Nur einen Erfolg gönnte man dem Team um Erfolgstrainer Swen Lieberamm, der auch noch kampflos zustande kam. Alle anderen acht ausgetragenen Vergleiche, eine Gewichtsklasse blieb auch bei Luftfahrt unbesetzt, konnte man für sich entscheiden.

Besonders zu gönnen war Emil Lehmann (57 kg, Freistil) der Sieg über den russischstämmigen Magomed Murtazaliev. Zunächst verhaltend agierend, lief er einer Zweier-Wertung aus dem ersten Durchgang hinterher. Erst gegen Ende des zweiten Abschnitts nahm der junge Thalheimer sein Herz in die Hand und dreht den Vergleich in den letzten Sekunden zum 3:2, das natürlich vom Publikum und ihm selbst lauthals bejubelt wurde. 

Einem Schultersieg des in Ligakämpfen nach wie vor bestechend agierenden Ondřej Dadák (130 kg, klassisch) folgte erneut eine Galavorstellung Peter Haases (61 kg, klassisch). Dem mehrfachen ungarischen Meister und Neuzugang der Gäste, Ferenc Kucskemeti, ließ Peti im Grunde nicht den Hauch einer Chance und gewann mit 12:0 Punkten, ist damit einer der besten Punktesammler des RVT.

Radek Dublinowski scheint inzwischen jeden einzelnen Auftritt im RVT-Trikot regelrecht zu genießen. Auch der junge Berliner Marvin Krüger bekam zu keinem Zeitpunkt einen Zugriff auf den vor 10 Jahren von Luftfahrt ins Erzgebirge gewechselten Polen, der Mitte der zweiten Halbzeit die notwendigen Punkte zur technischen Überlegenheit beisammen hatte. Damit stand es zur vorgezogenen Halbzeit 12:0 für Thalheim.

Das Resultat baute nach der Pause Routinier Mario Koch (66 kg, Freistil) aus. Keineswegs bekam er seine zwei Zähler geschenkt, schließlich war sein Gegner Doa Küksar über 20 Jahre jünger und als deutscher Vize-Meister der A-Jugend (2014) sowie Bronzemedaillengewinner der Junioren-DM 2016 kein unbeschriebenes Blatt. Koch erwies sich über die gesamte Kampfdauer als aktiverer Kämpfer und bekam zurecht vom souveränen Kamfrichter Thomas Hausmann aus Luckenwalde zwei Aktivitätszeiten zugesprochen. "Ich wusste, dass es knapp werden wird, der Gegner war für mich unangenehm zu ringen, weil er sehr lange Hebel hat und ich bislang nur einmal gegen ihn kämpfen konnte", freute sich der Jenenser Altmeister über diesen Erfolg.

Einen weiteren Glanzpunkt setzte an diesem Abend Chris Schneider (86 kg, klassisch). Gegner Simon Papsdorf, gleichalt und auch gleichschwer, war bislang viermal Fünfter bei Deutschen Meisterschaften, einmal belegte er Platz vier. Wie Schneider immer wieder die bessere Antwort auf Papsdorfs Angriffe hatte und zugleich mit eigenen Aktionen Punkt um Punkt zum 15:2 sammelte, war ein Gedicht.

Da die beiden folgenden Gewichtsklassen jeweils einmal unbesetzt blieben, markierten die Weltergewichts-Duelle, beim vorzeitig feststehenden Thalheimer Sieg, bereits das Finale. Pawel Dorniak hatte im freien Stil mit einem weiteren jungen Gästekämpfer, Adam Daraev, so seine liebe Mühe. Bis zum Ende blieb er jedoch aktiver und durfte zurecht einen 2:1-Punktsieg feiern. Kapitän Tobias Löffler wollte im klassischen Stil am Anfang erneut überfallartig zuschlagen, was durch Gegner Tim Knobloch zunächst nur durch Kampfentziehung abgewehrt werden konnte. In der Folge gelang "Tobi" unter anderem ein Vierer-Wurf, das 12:0 am Ende stand nie zur Debatte.

Eine Woche Luft holen heißt es nun also für Sportler, Trainerteam und Fans, bevor es am 27.10. in Leipzig beim Rückrunden-Auftakt um die nächsten Punkte geht. Der nächste Heimkampf ist dann eine Woche später gegen Germania Potsdam angesetzt, bevor es am 10.11. zum voraussichtlichen Showdown um den Staffelsieg in Markneukirchen kommt.

Einzelergebnisse:

57/f: Lehmann – Murtazaliev 1:0 (PS)
61/k: Haase – Kucskemeti 3:0 (PS)
66/f: Koch – Küksar 1:0 (PS)
71/k: Racz – unbesetzt 4:0 (KL)
75/f: Dorniak – Daraev 1:0 (PS)
75/k: Löffler – Konbloch 3:0 (PS)
80/f: unbesetzt – Wendel 0:4 (KL)
86/k: Schneider – Papsdorf 3:0 (PS)
98/f: R. Dublinowski – Krüger 4:0 (TÜ)
130/k: Dadák – Fauth 4:0 (SSi)


Thalheim II gewinnt gegen die WKG Pausa/Plauen 15:14 (Link)

In einem an Spannung und Dramatik kaum zu überbietenden Vorkampf konnte Thalheim II in der Landesliga Sachsen die bis dahin die Tabelle anführende WKG Pausa/Plauen II mit 15:14 in die Knie zwingen und sich in der Tabelle an den Gästen vorbei auf Rang zwei schieben.

Die Gastgeber gewannen fünf der neun Vergleiche, von daher ist der Erfolg sicher nicht unverdient. Wie er sich allerdings im Laufe des Abends entwickelte, sucht seinesgleichen. Anfangs lag der RVT mit 7:2 in Front. Daran Anteil hatte unter anderem Gerit Niebergall (98 kg, klassisch). Der 43-Jährige, der erst vor wenigen Jahren mit dem Ringkampf begann, hatte es mit einem leichteren und 25 Jahre jüngeren Gegner zu tun. Mit viel Einsatz und wenig Risiko im Bodenkampf gelang ein 9:0-Punktsieg, der erste Saisonerfolg. Das wurde vom fachkundigen Publikum entsprechend honoriert.
Dann kamen die Gäste heran, bevor es im Limit bis 86 kg Freistil zu einem besonderen Duell kam. Thalheims Routinier Sven Zimmermann empfing den Präsidenten des KSV Pausa, André Wetzel, der sich in seinem letzten Kampf viel vorgenommen hatte und noch einmal mit seinem Sohn Sid in einer Mannschaft auf der Matte stehen wollte. Zunächst überraschte Wetzel den Thalheimer Trainer mit einem sehenswerten Überwurf. Der konterte mit Beinangriffen. Als nach einer weiteren Beinschraube die Situation schon bereinigt schien, stieg "Ex" Richtung Oberkörper um und drückte den Gästeringer auf beide Schultern. Das drückte das Pendel wieder Richtung Thalheim, nachdem die Gäste zuvor durch Cedric Riedel ebenfalls vierfach punkteten und die Führung übernahmen.

Elias Stürmer (66 kg, klassisch) bot eine Energieleistung, erzielte kurz vor dem Ende die entscheidenden Wertungen zum 7:5-Punktsieg und brachte Thalheim wieder in Front, bevor die Gäste ein letztes Mal durch Florian Frank auf 14:12 stellten. Es war also einmal mehr an Lucas Kahnt, die Begegnung noch zu drehen. Besonnen sammelte er Wertung um Wertung, darunter sogar eine Vier kurz nach Wiederanpfiff, und verließ mit einem 11:1-Punktsieg gefeiert die Matte. Der Kampf war noch einmal gedreht und Thalheim gewann denkwürdig mit 15:14.

Auch unsere zweite Mannschaft ist kommende Wochenende kampffrei. Am 27.10. geht es dann zur Wettkampfgemeinschaft aus SAV Leipzig, RV Großlehna und dem KFC Leipzig II. Den Hinkampf entschied man knapp mit 12:10 für sich. Der nächste Heimauftritt steht dann ebenfalls am 3. November an, dann hat man gegen den punktgleichen RSV Greiz II sicherlich etwas gutzumachen.


Vorkämpfe Jugend, RV Thalheim – WKG Pausa/Plauen 12:22

Bereits um 16:30 Uhr begann der lange Kampfabend im Thalheimer Sportlerheim. Initiiert von unserem Jugendwart Tino Korb fand ein Freundschaftskampf zwischen Thalheim und der WKG Pausa/Plauen statt. Hintergrund war die Tatsache, dass die Jugendliga Mitteldeutschland in dieser Saison nur aus drei Teams besteht und den jungen Kämpfern Kampfpraxis vermittelt werden sollte.

So kam es zu neun zum Teil spannenden Duellen, von denen die Gastgeber durch Jonas Hofmann (52 kg, klassisch), Otto Lehmann (44 kg, klassisch) und Aiden Drechsel (25 kg, klassisch) drei vorzeitig für sich entscheiden konnten. Die Vogtländer indes, für ihre ebenso hervorragende Nachwuchsarbeit bekannt, entschieden die anderen, ausschließlich im klassischen Stil ausgetragenen Vergleiche, für sich.

Sicherlich eine sehr gute Idee, die auch in Zukunft Fortsetzung finden könnte. Für die jungen Sportler eine gute Möglichkeit, sich vor Publikum zu beweisen.

 
Michael Thriemer, 17.10.2018. . Fotos: Susann Krebs (SK Fotografie)
 


Galerie Regionalliga: Thalheim – Luftfahrt Berlin
Galerie Landesliga Thalheim II – Pausa/Plauen II

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