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Bericht 1. Kampftag: RV Thalheim – FC Erzgebirge Aue II (23.08.25)

Thalheimer drehen Derby-Rückstand zum Sieg

Beim Auftaktvergleich in der Ringer-Regionalliga zwischen dem RV Thalheim und dem FC Erzgebirge Aue II behielten die Gastgeber mit 17:9 die Oberhand. Zwei der Thalheimer Neuzugänge ließen die knapp 400 Fans besonders laut jubeln.


von Holger Hähnel

THALHEIM – Am Ende sah man nur zufriedene Gesichter: Die Hausherren aus der Drei-Tannen-Stadt bejubelten ihren Derbysieg, während die Gäste aus dem Lößnitztal ihrerseits den Mut zum Aufstieg der Bundesliga-Reserve in die höhere Klasse bestätigt sahen. „Unsere Jungs haben durchweg gezeigt, dass sie in der Regionalliga mithalten können“, freute sich FCE-Trainer Jürgen Becher. 

Dabei hatten die Auer schon vorab ein wenig in den Angriffsmodus geschaltet. Fünf Neuzugänge – und somit auch der eine oder andere Sportler aus dem Bundesliga-Kader – liefen im Thalheimer Sportlerheim auf. „Ich wusste, dass es eng werden würde, daher war es umso wichtiger, dass wir die knappen Kämpfe für uns entscheiden“, gab RVT-Coach Steffen Richter seine Marschroute vor. Damit meinte er die Siege von Karl Marbach (130 kg) und Igor Szucki (86 kg), die jeweils hauchdünn die Oberhand behielten.

Die Startphase des Kampfabends gehörte noch den Gästen. Eigengewächs Finn Weiß (61 kg) konnte von fehlgeschlagenen Attacken des Thalheimers John-Luca Koch profitieren und sich am Ende recht deutlich mit 8:0 durchsetzen. Schließlich brachten der vorzeitige Erfolg von Mark Wagner gegen Daniel Franke (66 kg) und das 3:0 des Neu-Veilchens Reza Hosseinian (98 kg) den FCE mit 9:1 in Front. Steffen Richter zeigte sich vor allem von dem Neuzugang aus Gelenau beeindruckt, der gegen Routinier Franke nur etwas mehr als 100 Sekunden für sein 15:0 brauchte. „Mark hat eine spitzen Technik und ist super explosiv, da werden die Auer noch viel Freude haben“, prognostizierte Richter.

Bezeichnend für den gesamten Kampfabend waren die Duelle der RVT-Neuverpflichtungen Oleg Bartel (71 kg) und Finn Kühn (75 kg). Beide schafften es, einen anfänglichen Rückstand noch in einen beeindruckenden Sieg umzumünzen. Für Oleg Bartel hatte es nach gerade mal 19 Sekunden eine echte Schrecksekunde gegeben, denn er lief in einen Kopfhüftschwung des Auers Deward Stier, geriet in die gefährliche Lage, konnte sich aber mit einer Energieleistung befreien. Schließlich bekam Bartel die Beine von Stier am Boden zu fassen und drehte ihn mit einer Salve an Spindeltechniken mehrfach über die Matte. Das wurde zu einem wahren Aufwachmoment für die Thalheimer, denn zum ersten Mal jubelten die RVT-Fans nun so richtig lautstark und peitschen Bartel förmlich bis zum 17:2-Sieg per technischer Überlegenheit.

Einen drauf in puncto Lärmpegel setzte Finn Kühn. Mit seinen erst 18 Jahren wirkte der vom SV Luftfahrt Berlin gekommene Greco-Spezialist schon so richtig abgebrüht. Gegen Witas Behrendt, seines Zeichens immerhin Deutscher Vizemeister der Männer 2024, lief Kühn zur Pause einem 0:5-Rückstand hinterher. Als er dann aber mit Aushebern aus der Bodenlage eindrucksvoll zurückkam und noch 11:7 gewann, brachte das die Halle zum Beben. „Ich weiß, dass meine größte Stärke ist, über die zweite Hälfte zu kommen und darauf hab‘ ich heute gesetzt“, gab Kühn zu Protokoll. Die Selbstsicherheit sei auch daher gekommen, dass er sein Gegenüber von vielen gemeinsamen Trainingsstunden am Stützpunkt in Frankfurt (Oder) recht gut kennt: „Ich wusste, worauf ich mich bei Witas einstellen muss und dass es definitiv machbar ist“, so der Hauptstädter.

Nach diesem Erfolg war der RV Thalheim wieder auf 8:9 in der Gesamtwertung herangekommen. Den Sack zu banden schließlich Leon Kolbe (80 kg B), Dominik Jagusz (75 kg B) und Michal Zelenka (80 kg A), die zusammen noch mal neun Zähler aufs Konto der Gastgeber beisteuerten. Aues Maximilian Becher machte gegen den starken Tschechen Zelenka anfangs eine gute Figur und hielt das Duell bis zur Pause offen. Schließlich spielte der Thalheimer seine Physis und seine internationale Erfahrung aus und holte sich eine Minute vorm Schlussgong den vorzeitigen Sieg. Aues Chefcoach Björn Schöniger, der diesmal im Publikum saß, freute sich vor allem über seine Eigengewächse. „Finn, Maximilian, aber auch Tony Lehmann haben sich super verkauft. Man hat gesehen, dass wir in dieser Klasse den ein oder anderen angestammten Regionalliga-Klub ärgern können“, so der 42-Jährige.

Statistik: 61 kg/f: Koch – Weiß 0:3 (PS), 66/k: Franke – Wagner 0:4 (TÜ), 71/f: Bartel – Stier 4:0 (TÜ), 75/k: Kühn – Behrendt 2:0 (PS), 75/f: Jagusz - Lehmann 1:0 (PS), 80/k: Zelenka – Becher 4:0 (TÜ), 80/f: Kolbe – Thate 4:0 (TÜ), 86/k: Szucki – Schmalfuß 1:0 (PS), 98/f: Dublinowski – Hosseinian 0:2 (PS), 130/k: Marbach – Thiele 1:0 (PS)

Holger Hähnel, 25.08.2025.

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