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19. Wolfgang-Bohne-Gedächtnisturnier (18.04.26)

Diesmal sind die Hauptstädter ganz oben

Beim 19. Wolfgang-Bohne-Gedächtnisturnier in Burkhardtsdorf gab es mit 207 Jungen und Mädchen einen Teilnehmerrekord. Für einen weit aus dem Norden angereisten Ringer wäre es allerdings fast nichts geworden mit dem Start.


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von Holger Hähnel 

BURKHARTSDORF – Die Sportart Ringen floriert bei den Kids. Diesen Eindruck konnte man zumindest gewinnen, wenn man am letzten Samstag zu Gast war in der Neveon-Arena in Burkhardtsdorf. Überall wimmelte es nur so von jungen Zweikämpferinnen und Zweikämpfern, die aus 24 Vereinen in ganz Deutschland angereist waren und sich auf vier Matten um Medaillen, Pokale und Ehrenpreise duellierten.

Zum dritten Mal bereits richteten die Verantwortlichen des RV Thalheim im Nachbarort das Wolfgang-Bohne-Gedächtnisturnier aus, das eine Tradition schon seit 1991 hat. „Der Zulauf war Wahnsinn. Wir hatten knapp 300 Meldungen, so dass wir sogar zehn Vereinen absagen mussten“, erzählt RVT-Jugendwartin Ivonne Franke. Pro Ringermatte gestattet der Verband eigentlich ein Maximum von 50 Sportlern – mit den am Ende 207 Teilnehmern in den vier Altersklassen lag man sogar minimal drüber und war so stark besetzt wie noch nie an der neuen Austragungsstätte.

Den Absagen der Organisatoren wäre beinahe ein Sportler zum Opfer gefallen, der die weiteste Anreise an diesem Tag hatte. Friedrich Fund vom RV Lübtheen in Mecklenburg wollte unbedingt in der Jugend C (U12) ringen. „Die Meldung kam kurz nach unserem Stopp – dementsprechend war er eigentlich raus“, so Ivonne Franke. Da der Zehnjährige aber gleichzeitig Mitglied beim schon gemeldeten ESV Wittenberge ist und den Brandenburgern ein Sportler verletzungsbedingt ausfiel, konnte Fund in die Lücke springen. „Wir fahren mit Friedrich meist einmal die Woche die 80 Kilometer nach Wittenberge, weil er dort zusätzlich trainieren möchte“, erklärte Vater Stephan Fund. Und dieser Ehrgeiz lohnte sich. Im Limit bis 33 Kilogramm blieb der junge Athlet absolut fehlerfrei und hatte bei seinen fünf klaren Siegen keinen einzigen technischen Punkt auf der Negativseite. Dafür gab es ganz am Ende sogar die Auszeichnung als „Bester Ringer“ in der Altersklasse.

Von den erzgebirgischen Vereine trumpften vor allem die Gastgeber auf. Mit ihren 17 Startern ergatterten sich die Drei-Tannen-Städter 50 Teampunkte und damit Platz 3 in der Mannschaftswertung – zum Gesamterfolg wie letztes Jahr reichte es diesmal nicht. Ganz vorn war der SV Luftfahrt Berlin (60 Punkte) vor der erstmals teilnehmenden SG Frischauf Fulda (52). Vom RV Thalheim schafften Erik Pfüller (31 kg, Jugend E) sowie bei den Mädels Lilly Brunner (21 kg) und Hanna Schaaf (38 kg) den Sprung ganz nach oben. Doch auf sich aufmerksam machten auch die Platzierten. Willi Schneider (32 kg, Jugend D) beispielsweise ging in der mit 17 Ringern am stärksten besetzten Gewichtsklasse auf die Matte. Nach drei vorzeitigen Erfolgen traf er im Poolfinale auf den Chemnitzer Rodin Honstul. Im Stile von Altmeister Pasquale Passarelli stand Schneider mehr als eine Minute in der Brücke und kämpfte verbissen. Leider reichte die Kraft aber im Gegensatz zum Olympiasieger von 1984 nicht ganz – der Thalheimer verlor und wurde im Anschluss Vierter.

In Summe nicht ganz so erfolgreich waren die drei weiteren erzgebirgischen Vereine aus Lugau, Aue und Gelenau. Die Eichenkränze kamen mit zweimal Silber und fünfmal Bronze in der Gesamtabrechnung auf Rang 8. Etwas dahinter kamen die Veilchen vom FCE mit einmal Gold und zweimal Bronze auf den zwölften Platz. Der RSK Gelenau war mit nur zwei Sportlern angereist. Beide errangen jeweils den 6. Platz.

Zum Wettkampf war auch Thalheims Bürgermeister Nico Dittmann gekommen. „Toll, was der Verein immer wieder auf die Beine stellt. Das unterstreicht auch unsere gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Burkhardtsdorf“, so der 40-Jährige. Lob gab es darüber hinaus noch für einen ganz anderen Aspekt. „Bei vielen Turnieren bekommt man ja mitunter nur eine Bockwurst am Imbiss, da ist das Angebot hier schon richtig toll“, meinte Tony Selle aus Leipzig, dessen Tochter Martha in der 34-kg-Klasse kämpfte. So hatten die Eltern der Thalheimer Sportler eine Unzahl Kuchen gebacken und auch mit besonders dekorierten Obst-Spezialitäten konnten sich Sportler und Betreuer stärken.

Im kommenden Jahr soll es mit der 20. Auflage des Turniers dann ein kleines Jubiläum geben. Vorgesehen ist der 24. April 2027 – auch wieder in Burkhardtsdorf.

 

Ergebnisse:

weibliche Schüler (U12): 21 kg: 1. Lilly Brunner, 25 kg: 5. Laura Baumann, 34 kg: 3. Miri Weber, 6. Gerda Gahler, 38 kg: 1. Hanna Schaaf, 4. Lotta Ebeling. Beste Ringerin: Emma Beckert (ASV Plauen)

Jugend E (U8): 31 kg: 1. Erik Pfüller. Bester Ringer: Max Gebauer (SV Halle)

Jugend D (U10): 26 kg: 7. Ian Brunner, 8. Marlo Weber, 29 kg: 4. Muhammad Paikhaev, 32 kg: 4. Willi Schneider, 36 kg: 3. Theo Bercke, 40 kg: 2. Muchsin Gazuev. Bester Ringer: Hans Kretzschmar (AC Werdau)

Jugend C (U12): 41 kg: 3. Arne Hübler, 8. Camillo Hahn, 12. Talkha Paikhaev, 46 kg: 9. Henri Wirsing. Bester Ringer: Friedrich Fund (RV Lübtheen)

Vereinswertung:

1. SV Luftfahrt Ringen Berlin (60 Punkte, 18 Teilnehmer)
2. SG Frischauf Fulda 1962 (52/17)
3. RV Thalheim (50/17)
4. SV Halle (46/13)
5. AC 1897 Werdau (44/11)
6. ASV Plauen (43/14)
7. KSC Motor Jena (34/12)
8. RV Eichenkranz Lugau (32/12)
9. KFC Leipzig (30/14)
10. AV Germania Markneukirchen (27/7)

Text: Holger Hähnel (19.04.26). Fotos: Claudia Lohr-Werner
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