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Bericht 16. Kampftag: KFC Leipzig – RV Thalheim (07.12.19)

Erste Mannschaft gewinnt unter Vorbehalt in Leipzig – erste Entscheidungen in Landes- und Jugendliga Sachsen sind gefallen

Am vergangenen Wochenende wurde es wie erwartet für unser Regionalliga-Team in Leipzig eine enge Kiste. Am Ende siegte man erst im allerletzten Vergleich, 15:11 hieß es am Ende in der Messestadt. Dies allerdings vorbehaltlich eines noch laufenden Protests des KFC. Deutlich verloren hat indes zwar unsere zweite Mannschaft in der Landesliga Sachsen, hat aber aufgrund der Tabellenkonstellation zwei Kampftage vor dem Ende bereits Platz sieben sicher. Auch in der Jugendliga Sachsen ist die Entscheidung für unsere Nachwuchssportler gefallen.

 
von Michael Thriemer
  

LEIPZIG – Es war eine haarige Angelegenheit beim KFC Leipzig, die unsere erste Mannschaft am Samstagabend in der Ringerhalle des KFC auf der Leplaytraße zu überstehen hatte. Die Gastgeber, die vor der Saison einen Medaillenplatz als Saisonziel avisiert hatten, finden sich aktuell auf Platz sieben wieder. Für die Drei-Tannen-Städter steht zunächst fest, dass man egal wie der nächste Kampftag ausgeht, im letzten Heimkampf am 21.12. gegen die WKG Pausa/Plauen aus eigener Kraft die Vizemeisterschaft festzurren kann.

Aufgrund der sechs gewonnen Einzelvergleiche ging der Sieg für unsere Farben auch in Ordnung, allerdings kam es im vorletzten Kampf beim Zwischenstand von 11:9 für Leipzig zu einer zweifelhaften Kampfrichterentscheidung, die den KFC bewog Protest gegen die Kampfwertung einzulegen. (Übrigens nicht das erste Mal, wie hier nachzulesen ist). Allerdings dürfte diesem wenig Aussicht auf Erfolg zugemessen werden, da es sich einerseits um eine Tatsachenentscheidung handelte, die andererseits aus Gästesicht ebenfalls falsch war. Als kleines Schmankerl am Rande wurde der Trommler der Leipziger, Meik Lieber von der zweiten Mannschaft, wegen nach laut Protokoll "Werfen eines Gegenstandes auf die Matte" der Halle verwiesen.

Beim Vergleich im klassischen Weltergewicht zwischen dem eigentlich als Trainer des KFC agierenden und eher im freien Stil beheimateten Kirk Haupt und unserem Neuzugang Niklas Ohff führte der Thalheimer nach der ersten Halbzeit eins mit 4:0 Punkten und wollte diesen gegen Ende der dritten Kampfminute ausbauen. Bei einem weiteren Wurfversuch setzte der Leipziger unerlaubt seine Beine ein, weshalb Ohff rückwärtig mit seinem Gegner auf den Boden fiel und sich dabei verletzte, sogar behandelt werden musste. Anstatt der aus Thalheimer Sicht notwendigen Verwarnung mit einhergender Wertung "zwei" für Ohff entschied sich Kampfrichter Vladislaw Grigorjev aus Luckenwalde für eine Wertung "vier" für Haupt mit anschließender Fortsetzung des Kampfes im Stand, was wiederum die Leipziger als nicht regelkonform erachteten. Schließlich punktete der Thalheimer im Anschluss noch zweimal und verließ de Matte als 8:4-Punktsieger.

Dass es überhaupt gegen Ende so spannend wurde, war unter anderem einer durchaus überraschenden Niederlage des ebenso unerwartet eingesetzten Neuzugangs Tamàs Török (61 kg, Freistil) geschuldet, der in der für ihn fremden Stilart nach zunächst ausgeglichenem Kampfverlauf von Gegner Moritz Langer nach gut zwei Minuten geschultert wurde. Dennoch gelangen dem RVT in den ersten fünf Vergleichen drei Einzelsiege und damit verbunden ein ausgeglichener 8:8-Pausenstand. Radek Dublinowski (130 kg, Freistil) siegte 8:2 nach Punkten über Renè Kirsten, ein erneut bärenstarker Chris Schneider (98 kg, klassisch) schaffte 11 Wertungen gegen Max Stuhr, der in der Vorwoche nur wenig gegen Markneukirchens Friedrich Fouda zuließ, und ein konzentriert zu Werke gehender Niklas Eichhorn (66 kg, klassisch) gewann ungefährdet gegen Josif Amoev.

Nach der Pause wurde es dann richtig eng, zunächst legte Leipzig durch einen knappen 6:4-Punktsieg seines Bundesliga-Neuzugangs aus Freiburg und siebenfachen Medaillengewinner bei Deutschen Meisterschaften (davon zweimal Gold), Lukas Schöffler, vor. Nach anfänglicher Führung musste Benni Opitz erst in der letzten Kampfminute drei Wertungen gegen sich zulassen. Dann war Mario Koch (71 kg, Freistil) in einem hart umkämpften Match gegen Fabio Moleiro der cleverere Ringer und nahm beim 2:2-Endstand aufgrund der höheren Wertung einen wichtigen Punkt fürs Team mit - glich ergo zum 9:9 aus. Etliche kleine Wertungen fielen auch im darauffolgenden Duell zwischen Kevin Mehlhorn (80 kg, klassisch) und dem Polen Bartosz Sikora, mit dem besseren Ende für den KFC – dieser ging letztmals mit 11:9 in Führung.

Nach dem oben beschriebenen Kampfverlauf im Limit bis 75 Kilogramm klassisch und dem damit verbundenen Ausgleich zum 11:11 (Bericht aus Leipziger Sicht beim "Sportbuzzer" hier) (Anm. d. Verf.: der korrekte Pausenstand war 8:8) war es nun an Lucas Kahnt (75 kg, Freistil), den Erfolg in Sack und Tüten zu bringen. Schon nach 3:30 Minuten hatte er einem weiteren Neuzugang der Nordsachsen, Abdullah Semizoglu aus Hessen, mit 18 genügend Punkte zur technischen Überlegenheit abgenommen, wobei besonders die letzte Wertung, ein Fünfer-Wurf, für Aufsehen sorgte.

Einzelergebnisse KFC Leipzig - RV Thalheim 11:15

57 kg/k: Bienkowski – Martin 4:0 (TÜ)
61 kg/F: Langer – Török 4:0 (SS)
66 kg/k: Amoev – Eichhorn 0:3 (PS)
71 kg/F: Moleiro – Koch 0:1 (PS)
75 kg/k: Haupt – Ohff 0:2 (PS)
75 kg/F: Semizoglu – Kahnt 0:4 (TÜ)
80 kg/k: Sikora – Mehlhorn 2:0 (PS)
86 kg/F: Schöffler – Opitz 1:0 (PS)
98 kg/k: Stuhr – Schneider 0:3 (PS)
130 kg/F: Kirsten – Dublinowski 0:2 (PS)


Landesliga Sachsen: SAV Leipzig/Großlehna/KFC II – RV Thalheim II 24:6

Im Vorkampf an gleicher Stätte hatte unsere zweite Mannschaft gegen den bereits feststehenden Tabellenvierten SAV Leipzig/Großlehna/KFC II leider recht wenig zu bestellen, hat aber mindestens den siebten Tabellenplatz bereits sicher. Das liegt daran, dass sich die drei bzw. fünf Zähler dahinter rangierenden Teams Weißwasser/Cottbus und Gelenau II/Chemnitz kommende Woche im direkten Vergleich gegenüberstehen, während für den direkten Verfolger AC Taucha die Saison bereits beendet ist. Da Weißwasser/Cottbus am letzten Kampftag zu Greiz II reisen muss, bestehen durchaus realistische Chancen auf Platz sechs.

In der Messestand gelangen am vergangenen Samstag nur zwei Einzelerfolge durch Nick Löffler (61 kg, klassisch) und im letzten Vergleich durch Florian Pohl im eher ungeliebten klassischen Stil bis 72 kg. Diese fielen aber durch Schulter- (Löffler) und klarem Punktsieg (Pohl) eindeutig aus – ansonsten waren die Gastgeber in allen Belangen gegen ein ersatzgeschwächtes Team der Drei-Tannen-Städter am Drücker, wobei sich einige RVT-Akteure mehr als achtbar schlugen.

So verhinderte Jonas Scheermesser (87 kg, klassisch) mit Gewichtsnachteil und viel Einsatz gegen den ehemaligen tschechischen Nationalkader Ludek Konvicny eine vorzeitige Niederlage, ein Limit darüber (96 kg, Freistil) unterlag Luca Schneider dem erfahrenen Sven Betschke erst in der letzten Minute nur hauchdünn mit 6:9.

Nun heißt es, eine Woche Kräfte auffrischen und sich auf das letzte Duell der Saison am 21.12. gegen den vermutlichen Staffelsieger FC Erzgebirge Aue II einzustimmen.

Einzelergebnisse: liga-db.de


Jugendliga Sachsen: Nachwuchs-Team gewinnt Bronzemedaille

Für unsere an diesem Kampftag kampffreie Jugendliga-Mannschaft steht fest, dass man sich für eine gute Saison mit dem Gewinn der Bronzemedaille belohnen wird. Grund hierfür war neben dies Auswärtssieges von Spitzenreiter Aue in Leipzig der Erfolg der Lugauer gegen Weißwasser/Cottbus. Damit geht bei noch einem ausstehenden Kampf für alle infrage kommenden Mannschaften und jeweils drei Punkten Rückstand zu den ersten beiden, aber auch drei Punkten Vorsprung vor den folgenden Plätzen nach vorn und hinten nichts mehr - dennoch will man sich im letzten Duell zuhause am 21.12. gegen die WKG Pausa/Plauen nicht nur für die dort erlittene 8:20-Hinkampfniederlage revanchieren, sondern auch vom treuen Heimpublikum gebührend verabschieden.

Michael Thriemer, 10.12.2019.

 

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