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Bericht 3. Kampftag: RV Thalheim – 1. Luckenwalder SC (14.09.19)

Heimsieg wird im zweiten Abschnitt unerwartet deutlich

Mit einem am Ende klaren 18:9-Triumph über den 1. Luckenwalder Sportclub haben sich unsere Regionalliga-Ringer erfolgreich für die hohe Niederlage in Markneukirchen vor dem treuen Heimpublikum rehabilitiert. Dabei sah es, wie im Vorfeld eigentlich erwartet, beim Pausenstand von 8:7 gegen eine mit einigen Überraschungen aufgestellte Gastmannschaft noch nach einem ganz engen Match aus. Thalheim II verlor denkbar knapp gegen den AC Taucha.

 
von Michael Thriemer
 
THALHEIM – Eines vorweg: auf das Geburtstagskind Thomas Berger warteten Berichterstatter und Fans am vergangenen Samstagabend (leider) vergebens. Er ließ sein Team (Luckenwalde II) zurecht nicht allein und ging als Teamchef beim RV Hannover in der Landesliga Sachsen-Anhalt selbst auf die Matte. Gewann dort im Limit bis 61 kg klassisch gegen den wohl dreimal jüngeren Nachwuchssportler Saifulla Dadaev nach gut drei Minuten vorzeitig technisch überlegen, konnte aber die 13:16-Niederlage nicht verhindern. Daher an dieser Stelle noch einmal nachträglich alles Gute zum 48. Geburtstag, Bergsi!

Mit seinem Erscheinen hätte er das vom souveränen Erstliga-Kampfrichter André Schedler aus Zella-Mehlis beschriebene "Deja-Vu" vervollständigen können. Hintergrund: vor 17 Jahren leitete Schedler laut eigener Aussage erstmals eine Begegnung im Thalheimer Sportlerheim – und traf 2019 einige bekannte Gesichter wieder.

Das ging im Grunde schon bei den beiden Trainern los, mit Steffen Richter (Thalheim) und Jesko Schröter (Luckenwalde, hatte mehrere Jahre auch in Thalheim gerungen) standen zwei Protagonisten von damals am Mattenrand. Und auch auf der Matte selbst warteten vor allem die Gäste mit der ein oder anderen Überraschung bei der Aufstellung auf und sorgten damit im Vorfeld unter den Anhängern für umfangreiche Diskussionen, wie der Kampf denn ausgehen könne.

Auf Thalheimer Seite konnte man zumindest wieder auf die zuletzt verletzten Tobias Löffler und Benni Opitz zurückgreifen, die beide jedoch augenscheinlich nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Löfflers Kampf bis 75 Kilogramm klassisch, eigentlich der letzte des Abends, wurde vorgezogen und brachte einen guten Einstand. 14:0 hieß es gegen Jan Beckmann. Die Gäste brachten dann im ehemaligen Thalheimer David Válà im klassischen Schwergewicht einen dreifachen Olympiateilnehmer und Vize-Europameister von 2007 auf die Matte, der klar zu erkennen auch mit mittlerweile 41 Jahren noch ein Vorbild an Fitness und Körperstärke darstellt. Mit 12 Kilogramm Gewichtsnachteil hatte RVT-Akteur und Landsmann Ondrej Dadák doch so seine liebe Mühe und Not, verlor am Ende recht deutlich und die Gäste lagen erstmals in Front.

Ausgleichen konnte in der Folge Neuzugang Tamas Török (61 kg, klassisch), der den jungen Kevin Siegert am Boden nach Belieben beherrschte und nach Rollen und Würfen vorzeitig das Kampfende erzwang. Sicherlich überrascht wurde anschließend Radek Dublinowski (98 kg, Freistil) von der nach knapp vier Minuten gezeigten, sehenswerten Schleuder seines Gegners von der Sportschule, Oliver Kock. Aber wieder einmal zeigte sich der unbändige Kampfgeist des Bialogarders, wieder sammelte er gegen einen sichtlich abbauenden Kontrahenten Wertung um Wertung und stellte nach 1:5-Rückstand noch auf 7:6-Sieg. Gewaltig, wie ein bekannter Thalheimer sagen würde.

So ging es mit einem knappen 8:7 in die Halbzeit und im Grunde waren sich alle einig, dass es möglicherweise bis zum Schluß so spannend bleiben könnte. Doch stellten vor allem die folgenden drei Vergleiche, mit unerwartet klarem Ausgang, die Weichen auf Heimsieg für die Drei-Tannen-Städter. Florian Pohl (66 kg, Freistil) beherrschte einen der sehr guten jungen Freistiler der Gäste (Leon Kolbe, Deutscher Meister der Jugend B 2019), Chris Schneider (86 kg, klassisch) glänzte einmal mehr angriffsfreudig gegen den zweiten Ausländer des LSC, und Alois Stürmer (71 kg, klassisch) gewann mit der letzten Reserve gegen Freistiler Michel Penkert, so dass es die letzten beiden Akteure etwas ruhiger angehen lassen konnten.

Benjamin Opitz (80 kg, Freistil) rang nach seiner Verletzung aus der Vorwoche zurückhaltend, ließ gegen den starken Richard Schröder nur eine knappe Punktniederlage zu. Das Tüpfelchen aufs "i" setzte Lucas Kahnt (75 kg, Freistil), der den unangenehm zu ringenden Friedrich Schröder mit 5:0 Punkten besiegte.

Somit stand am Ende dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung ein klares Endresultat an der Anzeigetafel, der alle Beteiligten aus dem Zwönitztaler Lager zufrieden nach Hause gehen ließ.

Einzelresultate RV Thalheim – 1. Luckenwalder SC 18:9

57 kg/F: Martin – Röll 0:4 (SS)
61 kg/k: Török – Siegert 4:0 (TÜ)
66 kg/F: Pohl – Kolbe 3:0 (PS)
71 kg/k: A. Stürmer – Penkert 2:0 (PS)
75 kg/F: L. Kahnt – F. Schröder 2:0 (PS)
75 kg/k: T. Löffler – Beckmann 3:0 (PS)
80 kg/F: Opitz – R. Schröder 0:2 (PS)
86 kg/k: Schneider – Kierpiec 3:0 (PS)
98 kg/F: R. Dublinowski – Kock 1:0 (PS)
130 kg/k: Dadák – Válà 0:3 (PS)


Landesliga Sachsen: RV Thalheim II – AC 1990 Taucha 14:16

Denkbar knapp verlor unsere zweite Mannschaft ihren ersten Heimkampf der neuen Saison. Eigentlich wäre ein Unentschieden wohl das beste Resultat gewesen, doch sei auch den Gästen im vierten Kampf der erste Saisonerfolg gegönnt.

Im Grunde ging es die ganze Zeit spannend zu, den klaren Rückstand nach drei Kämpfen konnten die Gastgeber durch Julian Rößler, Maik Hoeisel und einem stürmisch zu Werke gehenden Nick Löffler beinahe ausgleichen. Der mit allen gewaschene Altmeister Tino Köllmann brachte Taucha gegen den noch zwei Jahre älteren Routinier "Ex" Zimmermann wieder in Führung. Spätestens als jedoch Vereinschef Holger Hähnel, nach fast vierjähriger Wettkampfpause mit tollem Comeback und hart erkämpften Erfolg über Toni Matzat, den 14:14 – Ausgleich hergestellt hatte, keimte Hoffnung im RVT-Lager auf. Und vielleicht hätte sich Emil Lehmann im letzten Vergleich einfach etwas eher trauen sollen, Risiko zu gehen – zu verlieren hatte er im Grunde nichts mehr. So rannte er von Beginn an einem durch Beinschrauben erlittenen Rückstand hinterher, der am Ende nicht ganz aufzuholen war.

Dennoch, und auch angesichts der Personallage, kein schlechter Auftritt unserer zweiten Mannschaft. Alle Einzelergebnisse sind wie immer unter diesem Link einsehbar.


Michael Thriemer, 17.09.2019. Fotos: Claudia Lohr-Werner 
 


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